Hallo zusammen,
so wie im alten Forum vor Ostern versprochen, hier meine Meinung/Zusammenfassung zum Buch
Hereditäre Fructoseintoleranz und Fructose-Malabsorption - Ein Handbuch mit Hintergrundwissen von Betroffenen für Betroffene - von Martin Sacherl . Sorry kurz fassen war noch nie meine Stärke, ich hoffe ihr verzeiht ;-)
Ebenso war ich mir nicht sicher, wo ich dies Verfassen soll, aber ich werde einfach meine Meinung hier verfassen und einen Link im Wiki bei der Bücherliste für Interessierte setzen, oder was meint ihr?
Ich beschäftige mich nun seit Mitte Februar mit der Fructose-Malabsorption als Diagnose und war erst einmal ziemlich ratlos, was ich am besten ändern sollte. Im Zuge meiner Recherchen bin ich einmal im Buchhandel auf mehrere Bücher gestoßen und natürlich auch auf einige Internetseiten, wie zum Beispiel dieses Forum. Danke an euch alle, denn durch diese Seite sind viele Unklarheiten, die ich hatte, beseitigt wurden ;-) Und Anregungen durch euch bekomme ich jeden Tag. Bis zu jenem Zeitpunkt hatte ich nur ein Buch gelesen: Fructose-Intoleranz – Wenn Fruchtzucker krank macht, aber naja war irgendwie nicht wirklich damit zufrieden, auch da es mir den Eindruck vermittelte, iss Traubenzucker dazu, dann geht’s schon, aber das mag ein subjektiver Eindruck gewesen sein.. Auch andere Bücher im Buchhandel durchstöbert, aber irgendwie fand ich keinen grünen Zweig. Und auch Lesermeinungen von anderen Betroffenen hielten mich eigentlich davon ab, ein neues Buch mir zuzulegen. Da ich aber gerne etwas Fassbares in den Händen halte, habe ich mir über die Selbsthilfegruppe das Buch von Martin Sacherl bestellt - im Moment nur zu Beziehen direkt über die
Selbsthilfegruppe, nicht im normalen Buchhandel.
Ich dachte, da das Buch einmal von Betroffenen für Betroffene geschrieben ist, und die Grundlage die angeborene heriditäre Frucoseintoleranz darstellt, kann es ja nicht so verkehrt sein, da somit ja eine strengere Basis zugrunde liegen sollte, als ich für meine FM auf Dauer hoffentlich nötig haben werde.
Insgesamt kann ich sagen, bin ich mit dem Buch sehr zufrieden, auf jeden Fall das beste Buch was ich bisher in den Händen hielt und auf jeden Fall immer wieder einen Blick riskiere – ich empfinde es für mich als sozusagen Anfänger auf dem Gebiet sehr gut, aber mit weiterführenden Kapiteln, die auch aus meiner Sicht für medizinischen Personal, und sei es der Hausarzt, dem so etwas sonst noch nicht weiter begegnet ist, ebenso informativ sind. Auch sind viele Details ausgearbeitet, die Eltern betroffener Kinder interessieren dürften.
Ein paar Daten zum Buch selbst:
- Kapitel1 Kurzerklärungen über die verschiedensten Stoffwechselstörungen (basierend Kohlenhydraten, Laktose, Gluten etc) - Guter Überblick und für den Laien gut verständlich und ausreichend.
- Kapitel2 Grundlagen der Ernährung: Überblick über die verschiedenen Kohlenhydrate und Kohlenhydratverbindungen und Bewertung in Bezug auf entsprechenden Stoffwechselstörungen
Kurz: Was ist erlaubt, was nicht?
- Kapitel3: Hintergrundwissen zur HFI und Fructose-Malabsorption - Ein interessantes Kapitel für den fortgeschritten Leser oder auch einmal für die eigenen Ärzte als Informationsquelle
- Kapitel4: Ernährungshinweise, angefangen noch einmal mit Übersichten zu den erlaubten und nicht erlaubten Zuckerarten bis hin zu Tabellen mit erlaubten und nicht geeigneten Lebensmitteln und Unterkapiteln zu Vitaminen, Zusatzstoffen und Süssungsmitteln -
Gut finde ich hier, da das Buch als Hauptzielgruppe sich an HFI Patienten richtet, das in den Tabellen Glukose-, Fructose- und Saccherosewerte angegeben sind. Die Tabellen sind übersichtlich, und für die strenge Diätphase auch absolut ausreichend, meiner Meinung nach.
Für FM Betroffene vielleicht im Verlauf nicht ausreichend, da zu wenige Lebensmittel aufgeführt sind aber da gilt es ja eh im Verlauf auszutesten und eventuell auf einige andere Quellen zuzugreifen (BLS z.Bsp)
- Kapitel5: Speisepläne und Rezepte - Für mich das interessanteste Kapitel, da sich für mich wirklich die Frage stellte, was kann ich denn dann überhaupt noch essen. Hier sind exemplarisch für 3Wochen Mahlzeitenpläne aufgestellt für Kleinkinder und Kinder im Vorschulalter, aber ja auch für uns Erwachsene nicht verkehrt, da man dann nur die Mengen jeweils anpasst. Die Mahlzeitenpläne im Buch enthalten maximal 0,7g Fructose pro Tag. Ich fand dies einfach mal einen sehr guten Ansatzpunkt, auf dem es sich aufbauen lässt. Die zugehörigen Rezepte zu den Mahlzeitenvorschlägen finde ich auch sehr gut, angefangen von Backrezepten über Brotaufstriche hin zu Hauptgerichten und Beilagen. Es ist ja kein reines Kochbuch, aber für eigene Ideen ein sehr guter Anfang - immerhin ca 80 Rezepte. Wieder finde ich gut, das die Rezepte im allgemeinen gut verträglich sein sollten, da sie für die Zielgruppe der HIF geschrieben wurden. Okay eine mögliche Laktoseintoleranz ist nicht bedacht, aber die entsprechenden Sachen muss man halt für sich selbst anpassen. Für mich als FM Patient habe ich festgestellt, da ich es leider noch etwas „süßer“ gewöhnt bin, das ich teils die Traubenzuckermengen etwas erhöhen muss, aber auch dies sind Erfahrungswerte, da ich schon ein paar Sachen nun ausprobiert habe.
- Kapitel6: Schildert Alltagserfahrungen insbesondere für Patienten mit den angeborenen Formen der Fructose Intoleranz, angefangen von Schwangerschaft, Untersuchungen oder Schilderungen von betroffenen Jugendlichen zu Schulauszeiten oder Schulzeit und Erkrankung allgemein. Empfand ich als sehr informativ, auch wenn mich dies selbst nicht betrifft. Für Eltern von betroffenen Kindern aber richtig gut geschrieben, wie ich finde.
- Kapitel7 abschließender Anhang.