|
|
Insgesamt präsentieren sich Patienten mit Fruktosemalabsorption
meist mit dem Bild des Reizdarmsyndroms. Bedenkt man, dass das Reizdarmsyndrom
in der gastroenterologischen Sprechstunde eines der am häufigsten
anzutreffenden Krankheitsbilder ist, so kommt der Erkennung und Behandlung
der Fruktosemalabsorption eine epidemiologisch wichtige Stellung
zu. Man nimmt an, dass 10 % der Bevölkerung unter Reizdarmsyndrom
leiden und 30–50 % aller gastrointestinalen Beschwerden, die
einen Patienten zum Arzt führen, auf ein Reizdarmsyndrom zurückzuführen
sind. Die Ätiologie des Reizdarmsyndroms ist nicht bekannt,
und es konnte bisher noch kein struktureller oder biochemischer Defekt
gefunden werden, der die Reizdarmsymptomatik erklären würde.
Der Symptomkomplex ist jedoch so typisch, dass er eine allgemein
anerkannte klinische Entität darstellt. Die betroffenen Patienten
klagen über Bauchschmerzen, vorzugsweise im linken oder rechten
Unterbauch, Blähungen, zeitweises Auftreten von Bauchkrämpfen,
auf Distanz hörbare Darmgeräusche, plötzlich einsetzenden
Stuhldrang, weiche Stühle oder Durchfall manchmal mit Schleim,
jedoch immer ohne Blutauflagerungen. Nach Perioden mit durchfallartigen
Stühlen können intermittierend Episoden mit Verstopfung
auftreten.
All diese Symptome können auch bei Fruktosemalabsorption gefunden werden
und so manches „Reizdarmsyndrom“ verschwindet nach einer Fruchtzuckerreduzierten
Diät. Bei der endoskopischen Untersuchung werden meistens keine Auffälligkeiten
gefunden. Manchmal zeigt sich in der Koloskopie eine leichte Rötung der
Schleimhaut, Biopsien sind jedoch in der Regel histologisch unauffällig,
gelegentlich mit unspezifischen Entzündungszeichen (typischer Befund: „mikroskopische
Kolitis“).
Quellnachweis
|
|
Ausführliche Informationen unter:
Fructosemalabsorption ( M.
Ledochowski, B. Widner, D. Fuchs)
Menüpunkt: „Wissenschaftliche
Arbeiten“
|
|
|