Anfangsdiät bei Fruktosemalabsorption
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In diesem Artikel werden von mit Fruktoseunverträglichkeit betroffenen Personen Tipps gegeben, wie die erste strenge Diätphase gemeistert werden kann. Diese Phase dient vor allem dazu, um die Anfangsbeschwerden bei einer Fructosemalabsorption, wie ständiger Durchfall und starke Blähungen oder Schmerzen im Bauchbereich zu lindern bzw. zu beseitigen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Das wichtigste am Anfang
Zu Beginn der Diät empfiehlt es sich, alle bisherigen Ernährungsgewohnheiten zu verändern und die Ernährung erst einmal auf nur wenige verträgliche Lebensmittel zu reduzieren. (Siehe auch Starthilfe bei Fruktosemalabsorption) Auf keinen Fall jedoch soll komplett auf jegliches Gemüse verzichtet werden. Durch die sonst fehlenden Mineralstoffe und Vitamine können eventuell weitere Verdauungsprobleme entstehen. Zusätzlich zur Diät empfiehlt sich eine Darmsanierung und eine Einnahme von Zink, Folsäure und Vitamin-C siehe Medikamentenliste.
Bei Personen, die schon äußert lange mit den von der Fruktosemalabsorption verursachten Beschwerden leben, kann es sein, dass stärkehaltige Produkte wie Nudeln, Kartoffeln, Polenta oder Maltodextrin nicht vertragen werden. Wenn über einige Wochen auf diese Produkte verzichtet wird und sich dabei die Darmflora und der Stuhlgang wieder normalisieren, können diese Produkte langsam wieder in den Speiseplan eingebaut werden.
Auch kommt häufig vor, dass neben der Fructoseunverträglichkeit eine Pseudo-Laktoseintoleranz und/oder eine Pseudo-Glutenunverträglichkeit besteht, da der Darm sehr stark strapaziert wurde. In diesem Fall müssen neben sehr stark fruktosehältigen Produkten auch laktosehaltige oder glutenhaltige Produkte gemieden werden. Auch hier verbessert sich bei Verzicht von Laktose oder Gluten meist die Verträglichkeit. Dies kann aber bis zu einigen Monaten dauern.
[Bearbeiten] Beilagen
Bekömmlich sind normalerweise weiße Nudeln und weißer Reis. Polenta wird üblicherweise vertragen, kann jedoch wegen der darin enthaltenen Stärke Probleme verursachen. Kartoffeln sind nur mit Einschränkung zu genießen. Sie enthalten sehr viel Stärke und können deshalb gerade zu Beginn der Diät Verdauungsprobleme verursachen. Meist werden jedoch am Abend geschälte und über die Nacht in Wasser eingelegte Kartoffeln gut vertragen. Das stärkehaltige Wasser sollte jedoch vor dem Kochen weggeschüttet werden und durch frisches Wasser ersetzt werden.
[Bearbeiten] Fleisch und Fisch
Fleisch und Fisch sind unbedenklich, sie enthalten keinerlei Zucker und können daher mit den genannten Beilagen kombiniert werden. Vorsicht ist jedoch bei mariniertem Fleisch geboten. Lieber selber würzen!
[Bearbeiten] Gemüse und Obst
Die einzelnen Gemüsesorten enthalten unterschiedlich viel Fructose, Zucker oder Zuckerstoffe. Man beginnt die Diät am besten mit Spinat, Mangold, Fenchel, dann Zucchini und Brokkoli. (Siehe auch Fruktosegehalt von Lebensmitteln).
Obst sollte man in der Anfangsphase völlig meiden.
[Bearbeiten] Backwaren
Bei Backwaren sollte man während der Anfangsdiät Vollkornprodukte vermeiden. Dagegen sind Dinkelbrote/Brötchen und Kuchen aus Dinkelmehl im allgemeinen gut bekömmlich. Auch eine Mischung aus Weizen- und Dinkelmehl ist meistens gut verträglich.
Um den gereizten Darm zu schonen, ist es besser, kein Müsli zu essen. Die Flocken sind schwer verdaulich. Später kann man selbst gemischtes Müsli essen.
[Bearbeiten] Getränke
Bei Getränken ist die Auswahl leider sehr eingeschränkt. Die Auswahl besteht aus Wasser, Kräutertee, Roibuschtee, Kaffee, Kakao aus Backkakao mit Traubenzucker sowie Kefir. Tees mit getrockneten Früchten und alle Limonaden und Säfte sind UNBEDINGT zu meiden, da sie sehr viel Zucker enthalten. Ausnahme ist Sprite Zero und alle nur mit Süßstoff gesüßten Limonaden. (Kein Cola Light, enthält Zuckerculör).
[Bearbeiten] Produkte aus dem Supermarkt
Fruktosefreie Produkte aus dem Supermarkt sind in unserem Einkaufsguide gelistet.
[Bearbeiten] Ernährungstagebuch
Es ist empfehlenswert, ein Ernährungstagebuch zu führen und alle Speisen und Getränke mit Uhrzeit einzutragen. So kann man deren Wirkung am besten nachvollziehen und verzeichnen, was bekömmlich ist und was man in Zukunft vermeiden sollte. Es ist ratsam, immer 2 Tage lang das gleiche zu essen und dann erst zu wechseln. Aber bitte nicht alles auf einmal wechseln, sondern versetzt. Sonst kann man nicht nachvollziehen, wogegen der Darm evtl. reagiert. Ein Speiseplan könnte folgendermaßen aussehen:
[Bearbeiten] 1. Tag
Frühstück
Brot, Brötchen Butter, Margarine Reissirup, Käse oder Wurst ohne Zuckerzusätze bzw nur mit Glucose
Zwischenmahlzeit
1 Naturjoghurt
Mittagessen
Reis, Fisch, Spinat
Zwischenmahlzeit
Selbstgebackener Kuchen oder süße Teilchen mit Traubenzucker, Knäckebrot oder zuckerfreiem Dinkelzwieback.
Abendessen
Brot, Brötchen, Butter, Margarine, Käse oder Wurst, Ei, Fisch
[Bearbeiten] 2. Tag
Frühstück
Statt Käse Wurst
Mittagessen
Hier kann der Reis durch Nudeln oder Kartoffeln ersetzt werden.
Abendessen
Käse kann durch Wurst ersetzt werden
[Bearbeiten] 3. Tag
Mittags kann statt Spinat ein anderes Gemüse gewählt werden. Statt Fisch jetzt Fleisch.
[Bearbeiten] 4. Tag
Mittags können Nudeln entweder durch Kartoffeln oder Polenta (falls verträglich) ersetzt werden. Gleiches Gemüse und gleiches Fleisch wie gestern.
[Bearbeiten] Empfohlene Dauer
Diese Anfangsdiät sollte man je nach Schwere der persönlichen Symptome 2-4 Wochen lang durchhalten. Erst dann hat sich der strapazierte Darm etwas erholt und es können weitere Lebensmittel wie selbst gefertigte Marmeladen, Salat, Radieschen, Gurken und Obst auf ihre Verträglichkeit getestet werden. Je nach Störung der Darmtätigkeit kann die Notwendigkeit der Dauer stark varrieren. Es kann auch bis zu einigen Monaten dauern, bis sich eine konstante Besserung einstellt.

