Fruktosemalabsorption

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Im folgenden soll kurz die Stoffwechselstörung Fructose-Malabsorption (intestinale Fructoseintoleranz, oft auch Fruktoseunverträglichkeit) näher erläutert werden. Einen schnellen Überblick über die wichtigsten Informationen und weitere Hilfe kann man in der Starthilfe bei Fruktosemalabsorption und Anfangsdiät bei Fruktosemalabsorption finden.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Allgemeines

Die Fruktose-Malabsorption (Fruchtzuckerunverträglichkeit) ist eine Stoffwechselstörung, bei der die Fruktose bei der Verdauung nicht oder nur unzureichend resorbiert wird. Wichtig ist eine Abgrenzung zur seltenen Form, der hereditären Fruktoseintoleranz, diese sollte von einem Arzt ausgeschlossen werden. Die Fruktoseintoleranz/Malabsorption, um die es im folgenden gehen soll, ist weit häufiger anzutreffen. Es wird je nach Quellenangabe von 30-40% der Bevölkerung in der westlichen Welt ausgegangen [1]. Man findet bei der Fruktosemalabsorption eine erworbene und eine innerfamiliär gehäufte (vererbte) Form vor. Normalerweise wird die Fruktose vom Dünndarm vollständig aufgenommen und weiterverstoffwechselt. Bei einer sogenannten Malabsorption, funktioniert dieser Prozess nicht mehr vollständig. Es liegt vermutlich eine Fehlfunktion eines bestimmten Proteins (GLUT-5) vor. Durch diesen Defekt, wird die Fruktose nur sehr begrenzt durch die Zellen der Dünndarmschleimhaut aufgenommen, sie wandert stattdessen in den Dickdarm, wo sie durch Bakterien, unter anderem zu Kohlendioxid und Wasserstoff verstoffwechselt wird. Die durch diese Darmgase resultierenden Symptome wie Durchfall oder Blähungen, können bei jedem Menschen in unterschiedlicher Intensität auftreten. Dies ist unter anderem von der tatsächlich noch verstoffwechselten Menge an Fruktose abhängig. Zuvor sei aber noch zu erwähnen, daß eine Fruktosemalabsorption auch mit einer Sorbitunverträglichkeit einhergeht. Sorbit ist ein Zuckeralkohol und in Früchten enthalten, wird aber auch in der Lebensmittelindustrie als Zusatzstoff eingesetzt. Sorbit hemmt die Fruktoseaufnahme zusätzlich und sollte deshalb auch gemieden werden.

Mit der Fructosemalabsorption sind weitere Resorptionsstörungen (Zink, Folsäure, Tryptophan) verbunden, sowie ein Spurenelemt- und Vitaminmangel. Fruktoseintoleranz-Patienten leiden häufiger an Depressionen als im Vergleich zu Fruchtzucker vertragenden Personen. Als Ursache dafür geht man von einer Resorptionsstörung der Aminosäure Tryptophan aus. Durch den Mangel an Tryptophan kommt es zu einer Verminderung der Serotoninsynthese und dadurch neben Depressionsäquivalenten auch zu dem Symptom "Süßhunger". Weitere Untersuchungen haben gezeigt, dass Personen, die an Fruktosemalabsorption leiden, in einem Alter von zirka 35 Jahren eine signifikant geringere Serum-Folsäurekonzentration als gesunde Personen haben. Auch ein Zinkmangel ist bei Fruktosemalabsorption-Erkrankten sehr häufig vorzuzufinden. Es konnte in einer Studie ein deutlicher Zusammenhang gefunden werden.[2]. Hinter den weiteren Symptomen der Fructosemalabsorption wie Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit vermutet man als Ursache die Toxine der im Dickdarm herrschenden bakteriellen Fehlbesiedelung.

[Bearbeiten] Symptome

Die Hauptsymptome bei Fruktosemalabsorption sind

  • Blähungen,
  • Durchfall,
  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen.

Diese Beschwerden treten meist einige Stunden bis 2-3 Tage nach dem Verzehr auf.

Einige weitere Symtome, die teils nicht von Studien belegt sind, können sein:

  • Reizdarmsyndrom
  • Reizmagensyndrom
  • Depressionen
  • Muskelschmerzen
  • Heißhunger auf Süßes
  • rezidivierende Harnwegsinfekte
  • CFS Chronisches Erschöpfungssyndrom
  • ADS Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (s. Diskussion)
  • Schwindel
  • Wetterfühligkeit
  • Müdigkeit

Diese Symptome können durchaus mehrere Stunden bis Tage anhalten.

[Bearbeiten] Diagnostik

Für die Diagnostik der Fruktosemalabsorption ist das Führen eines Ernährungs- und Beschwerdetagebuches sehr sinnvoll, nur so kann eine individuelle Toleranzgrenze nach und nach herausgefunden werden. Die Diagnose Fruktosemalabsorption kann durch einen einfachen Test beim Arzt abgesichert werden, dem sogenannten H2-Atemtest - dem Wassersoff-Atemtest.

[Bearbeiten] Therapie

Bisher gibt es keine ursächliche Therapie für die Fruktosemalabsorption. Wichtig ist jedoch die Unterscheidung zwischen der sekundären und der primären Form. Der sekundären Form liegt als mögliche Ursache z.B. Operationen, schwere Krankheiten, längere Antibiotika-Einnahmen zugrunde. Sie bildet sich meistens nach einer strengen Diätphase wieder zurück. Anders liegt der Fall bei der primären Form. Sie tritt meistens gehäuft in Familien auf (vererbt) und bleibt für immer bestehen. Die Symptome können durch die fruktosearme Diät meistens sehr reduziert werden.

Bei einer fruktosearmen Diät sollte desweiteren darauf geachtet werden, Zuckerersatzstoffe wie Sorbit, Mannit und Xylit zu vermeiden, da diese die Aufnahme von Fruktose zusätzlich verringern können. Ebenso ist auf eine ausreichende Vitamin-, Zink- und Folsäureversorgung zu achten. Insbesondere in der Anfangsphase der Diät kann mittels Nahrungsergänzungsstoffen, meist in Tablettenform, substituiert werden. (Achtung: Beipackzettel auf nicht geeignete Zusatzstoffe prüfen - Siehe auch unsere Medikamentenliste.)

Im allgemeinen wird eine strenge Karenzphase von mindestens 4 Wochen oder bis zum Abklingen der Krankheitssymptome empfohlen. Während dieser Karenzphase (Anfangsdiät), sollte die Fruktosezufuhr weitestgehend gedrosselt werden. Als Vergleichswert: bei der erblichen Fruktoseintoleranz wird ein Maximalwert von 40mg pro Kilogramm Körpergewicht [3] angegeben. Bei der hier behandelten Fruktosemalabsorption, geht man davon aus, das etwa 5g in der ersten Diätzeit vertragen werden sollten. Allerdings ist jeder Mensch unterschiedlich und es gilt schon hier auszutesten, da jeder eine andere Verträglichkeitsstufe hat. Es wird empfohlen sich auf möglichst wenige Lebensmittel am Tag zu beschränken, ein Ernährungstagebuch zu führen, um eventuelle Schwachstellen identifizieren zu können. Wurde die Fruktosemalabsorption zu spät erkannt und bestehen starke Beschwerden schon über mehrere Jahre, so treten oft Pseudo-Unverträglichkeiten auf. So kann es sein, dass neben der Fructosemalabsorption auch eine Pseudo-Laktoseunverträglichkeit oder Stärkeunverträglichkeit besteht. Diese klingen nach Einhaltung einer strengen Diätphase von mehreren Wochen wieder ab. Weitere Hinweise sind bei Anfangsdiät bei Fruktosemalabsorption vorzufinden.

Nach dieser Karenzzeit bis zum Abklingen der wesentlichen Beschwerden, schließt sich eine Austestphase an, in der langsam kleinere Mengen an fruktosehaltigen Lebensmitteln wieder gegessen werden sollten .

[Bearbeiten] Einige Tipps

  • Bei manchen Betroffenen lässt sich feststellen, dass auch das Verhältnis von Traubenzucker und Fruchtzucker eine Rolle spielt. Bei diesem Personenkreis verbessert zusätzlich zugeführter Traubenzucker die Fruktoseaufnahme. Allerdings reagiert ein weiterer Teil der Betroffenen auch nach langer Enthaltsamkeit auf Saccharose wieder mit starken Beschwerden. Traubenzucker ist also kein Allheilmittel. Zumal, wenn man bedenkt, dass Traubenzucker den Körper stark übersäuert und die Pankreas belastet.
  • Manchmal sind fruktosehaltige Lebensmittel besser bekömmlich, wenn sie zu einer Hauptmahlzeit verzehrt werden.
  • Probiotische Joghurts verbessern die Darmflora, es ist aber zu beachten, daß auch diese oft Zucker, Oligofruktose und/oder Sorbit enthalten. Siehe auch Darmsanierung.

[Bearbeiten] Quellen und Einzelnachweise

  • Wenn Fruchtzucker krank macht, ISBN 3830432828 Verlag Trias von Thilo Schleip Trias
  • Hereditäre Fructoseintoleranz und Fructose-Malabsorption. Ein Handbuch mit Hintergrundwissen von Betroffenen für Betroffene, ISBN 3000217541 von Martin Sacherl, Moers Selbsthilfegruppe hereditäre Fruct.
  • Archiv
Einzelnachweise
  1. Tryptophan, Serotonin and Melatonin: Basic Aspects and applications, by Gerald Huether
  2. Journal für Ernährungsmedizin 2000; 2 (3) (Ausgabe für Österreich) S. 12 von Ledochowski, Fuchs, Widner
  3. http://www.w-klch.med.uni-muenchen.de/klch/Labor_aktuell/Labor_aktuell_1_06.html

[Bearbeiten] Weblink

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