Kohlenhydrate

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Allgemeines

Kohlenhydrate (Zucker, Stärke) oder Saccharide sind reine Energielieferanten. Sie sind vor allem zu finden in Getreide und Getreideprodukten, z. B. Brot, Müsli, Reis, Nudeln, Haferflocken. Außerdem liefern Kartoffeln, Obst und Zucker Kohlenhydrate. Da der Körper laufend Energie verbraucht, muss ihm mit der Nahrung auch immer neue Energie geliefert werden.

Kohlenhydrate werden unterteilt in:

  • Einfachzucker oder Monosaccharide, z. B. Fruchtzucker (Fruktose) oder Traubenzucker (Glukose).
  • Zweifachzucker oder Disaccharide, z. B. Malzzucker (Maltose), Milchzucker (Laktose) oder Haushaltszucker (Saccharose).
  • Vielfachzucker oder Polysaccaride, z. B. pflanzliche und tierische Stärke.

[Bearbeiten] Kurzübersicht Menschliche Verdauung der Kohlenhydrate

[Bearbeiten] Mund und Speiseröhre

Im Mund wird die aufgenommene Nahrung mit den Zähnen zerkleinert und mit dem Speichel mit den ersten Verdauungsenzymen vermengt. Einfach- und Zweifachzucker (Mono- und Disaccharide) passieren den Mund ohne Verdauung. Stärke wird hingegen (Amylose, Polysaccharid) vom Mundspeichel-Enzym Amylase bereits chemisch angegriffen. Disaccharide (Maltose) werden von der Stärkekette abgespalten. Deswegen ist bei Saccharose-Isomaltase-Mangel (Saccharoseintoleranz ebenfalls die aufgenommene Stärkemenge zu beachten und gegebenenfalls einzuschränken. Durch den Schluckreflex wird der Nahrungsbrei in die Speiseröhre gedrückt. Die Abspaltung der Disaccharide geht unterdessen weiter.

[Bearbeiten] Magen

Im Magen kommt die Kohlenhydrat-Verdauung zum Erliegen, da Amylase nur in neutralem bis leicht alkalischem Milieu arbeiten kann. Die im Magensaft enthaltenen Säuren töten unter anderem Keime ab.

[Bearbeiten] Gallenblase und Bauchspeicheldrüse

Die Gallensäfte spielen für die Kohlenhydratverdauung keine wesentliche Rolle. Das Sekret der Bauchspeicheldrüse hingegen enthält eine Reihe von Enzymen, z.Bsp. die Amylase. Diese kann mit dem Abbau der Polysaccharidketten fortfahren, Maltase beginnt mit der Zerlegung der Maltose-Moleküle.

[Bearbeiten] Dünndarm und Dickdarm

Das Enzym Amylase schließt den Stärkeabbau zu den Disacchariden ab. Im Dünndarm werden nun die verbleibenden Di- und Polsaccharide in Monosaccharide wie Fruktose, Glukose und Galaktose gespalten. Das Enzym Maltase, enthalten im Bauchspeichel- und Darmwandsekret, spaltet nun die Maltose (Disaccharid) in Glukosemoleküle (Monosaccharid). Saccharose (Zucker) wird durch das Enzym Saccharase in Fruktose und Glukose aufgespalten. Laktase spaltet Laktose in Glukose und Galaktose. Diese Monosaccharide können beim gesunden Menschen nun direkt über die Darmwandzellen aufgenommen werden. Bei den besprochenen Kohlenhydratintoleranzen liegt entweder ein Enzymmangel im Dünndarm vor, sodass eine Aufspaltung der Kohlenhydate nur zum Teil möglich ist (z.Bsp. bei Laktoseintoleranz), oder eine Fehlfunktion des nötigen Transportproteins. (z.Bsp. Fruktosemalabsorption). Die Kohlenhydratverdauung ist normalerweise im Dünndarm beendet. Im anschließenden Dickdarm werden dann Wasser und die darin enthaltenen Mineralstoffe resorbiert. Wenn eine Kohlenhydratintoleranz vorliegt, verstoffwechseln dann die Dickdarmbakterien die Kohlenhydrate durch Vergärung, was bei Betroffenen zu den üblichen Symptomen wie Durchfall und Blähungen führen kann (Darmflora, Darmsanierung ).

[Bearbeiten] Liste wichtiger Kohlenhydrate

  • Einfachzucker (Monosaccharide)
    • Glukose (Traubenzucker, Dextrose)
    • Fruktose (Fruchtzucker)
    • Galaktose (Schleimzucker)
    • Ribose (Teil der Ribonukleinsäure (RNA))
    • Desoxyribose (Teil der Desoxyribonukleinsäure (DNA))
  • Zweifachzucker (Disaccharide)
    • Saccharose (Rübenzucker,Rohrzucker,Haushaltszucker)
    • Laktose (Milchzucker)
    • Maltose (Malzzucker)
    • Lactulose (synthetisch abgewandelter Milchzucker)
    • Isomaltose (entsteht z.Bsp. bei der Spaltung von Stärke)
  • Vielfachzucker (Polysaccharide)



[Bearbeiten] Übersicht über die Verträglichkeit relevanter Kohlenhydrate

Abkürzungen:

  • HFI = hereditäre Fruktoseintoleranz
  • FM = Fruktosemalabsorption
  • CSID = Saccharase-Isomaltase-Mangel bzw. Saccharoseintoleranz
  • LI = Laktoseintoleranz

Für detailierte Beschreibungen jeweils den entsprechenden Links zum Kohlenhydrat folgen.

Kohlenhydrate HFI FM CSID Sorbitintoleranz LI Galaktosämie
Fruktose verboten deutlich zu reduzieren bedingt erlaubt deutlich zu reduzieren erlaubt erlaubt
Glukose erlaubt erlaubt erlaubt erlaubt erlaubt, teilweise aber schlecht vertragen erlaubt, teilweise aber schlecht vertragen
Laktose erlaubt erlaubt erlaubt erlaubt verboten verboten
Saccharose verboten deutlich zu reduzieren verboten deutlich zu reduzieren erlaubt erlaubt
Maltose erlaubt erlaubt verboten erlaubt erlaubt erlaubt
Inulin verboten bedingt erlaubt keine Angaben bedingt erlaubt erlaubt erlaubt
Oligofruktose verboten bedingt erlaubt keine Angaben bedingt erlaubt erlaubt erlaubt
Galaktose erlaubt erlaubt erlaubt erlaubt erlaubt, teilweise aber schlecht vertragen verboten

[Bearbeiten] Quellen

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