Laktulose
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Lactulose, auch Laktulose, ist ein synthetisches Disaccharid (Zweifachzucker), bestehend aus Galaktose und Fruktose, das durch Isomerisierung (chemische Modifikation) aus Laktose (Milchzucker) gewonnen wird.
Nicht zu verwechseln ist Lactulose mit Laktose, dem eigentlichen (natürlichen) Milchzucker, der sich aus Galaktose und Glukose zusammensetzt und im Unterschied zu Laktulose verwertet werden kann. So erklärt sich auch die Verwendung der Lactulose als Abführmittel, da der Zucker im Darm nicht aufgenommen werden kann und durch Bindung von Wasser das Darmvolumen zunehmen lässt und zu einem weichen Stuhl führt. Ähnliche Effekte werden auch durch übermäßigen Verzehr von Laktose (bzw. Milchprodukten) erzielt, denn sobald die aufgenommene Menge an Laktose die Aktivität des Enzyms Laktase (das Laktose in Galaktose und Glukose spaltet) überschreitet, wirkt die restliche (ungespaltene) Lactose ebenfalls osmotisch abführend. Aufgrund der Vergärung der Lactulose durch die Darmbakterien wird durch die entstehenden Säuren zudem die Peristaltik angeregt.
Eine weitere Indikation für die Gabe von Lactulose ist die hepatische Enzephalopathie (syn. portokavale Enzephalopathie) bei Leberzirrhose: Lactulose beeinflusst die Darmflora in der Weise, dass milchsäurebildende Darmbakterien begünstigt werden. Dadurch werden ammoniakbildende Darmbakterien zurückgedrängt sowie deren Urease, die eine Ammoniakbildung katalysiert, gehemmt wird. Überdies wird bei dem nun niedrigeren pH-Wert Ammoniak zu Ammonium protoniert, welches als Salz ausgeschieden wird. Bei der portokavalen Enzephalopathie reduziert Lactulose die Blutammoniakkonzentration um ca. 25 - 50 %, und es kann innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen mit einem therapeutischen Effekt gerechnet werden.

