Sorbitintoleranz

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Bei einer Sorbitunverträglichkeit ist die Verwertung von Sorbit im Dünndarm ganz oder teilweise aufgehoben. Dann spricht man auch von einer Sorbitmalabsorption. Ist eine Sorbitunverträglichkeit, auch Sorbitintoleranz genannt, diagnostiziert, sollte man Produkte meiden, deren Hauptanteil aus dem Zuckeraustauschstoff Sorbit besteht, insbesondere Diabetikernahrungsmittel und Diät-/Lightprodukte. Besonders ist hier darauf zu achten, dass in fast allen herkömmlichen Zahnpflegemitteln, zahnpflegenden Kaugummis und Lutschpastillen Sorbit enthalten ist. Ebenso findet sich in vielen einheimischen Obstsorten (z.B. Äpfel, Birnen, Trauben, Erdbeeren,...) eine nicht unerhebliche Menge an Sorbit, welche bei Trockenobst durch den Wasserentzug prozentual noch gesteigert wird. Menschen mit einer hereditären Fruktoseintoleranz oder Fruktosemalabsorption dürfen Sorbit ebenfalls nicht zu sich nehmen, da durch Sorbit die bereits eingeschränkte Aufnahmefähigkeit von Fruktose (Fruchtzucker) im Dünndarm zusätzlich blockiert wird. Bei diesen Patienten kann zusätzlich zur Fruktoseintoleranz eine Sorbitintoleranz vorliegen, welche jedoch einer gesonderten medizinischen Abklärung bedarf.

[Bearbeiten] Biochemie

Im Organismus ist Sorbitol Zwischenstufe des außerhalb der Leber vorkommenden sogenannten Polyolweges und kann sowohl zu Glucose als auch zu Fructose umgewandelt werden. Neben dem Abbau von über die Nahrung zugeführtem Sorbitol wird dieser Weg beschritten, um aus Glucose Fructose zu synthetisieren, vor allem in der Bläschendrüse zur Ernährung der Spermien. Das Enzym Aldosereduktase, auch Polyoldehydrogenase, wandelt Glucose unter Verbrauch eines NADPH/H+ in Sorbitol um, das Enzym Sorbitoldehydrogenase, auch Ketosereduktase, oxidiert Sorbitol zu Fructose, diesmal unter Gewinn eines NADH/H+.

Der Stoffwechsel des Sorbitols spielt bei der Entstehung einiger Spätfolgen des Diabetes mellitus eine Rolle. Bei unphysiologisch hohem Glucoseangebot wird der Polyolweg beschritten, dessen Gleichgewicht auf der Seite von Sorbitol und Fructose liegt. Da Fructose praktisch nur in der Leber abgebaut wird und Sorbitol und Fructose auch die Zellen nicht verlassen können, akkumulieren sie und verschieben das osmotische Gleichgewicht der Zelle, was letztendlich zur Zellschwellung führt. Insbesondere die Entstehung des Grauen Stars wird auf diesen Mechanismus zurückgeführt, aber er spielt auch bei der diabetischen Mikroangiopathie und Neuropathie eine Rolle.

[Bearbeiten] Weblinks

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